Ein Bett ist ein Bett? Aber nein! Bei der Ernte des Holzes bis hin zum Transport des Kiezbetts mit dem Partner ImagineCargo, wird einiges, wenn nicht alles, grundlegend anders gemacht.

 

Im Berliner Grunewald, einem beliebten Ausflugsziel zum Radeln, Baden oder Spazierengehen, werden die Bäume zur Produktion des Kiezbetts geerntet. Mit Pferden statt großer Maschinen werden die Stämme aus dem Wald gerückt. Das schont nicht nur Waldboden sowie Flora und Fauna des Waldes, sondern ermöglicht auch den klimaverträglichen Abbau der Hölzer.

“Jedes Kieferbrett und somit jedes Kiezbett ist ein unverfälschtes und einmaliges Stück Natur”, sagt Steve Döschner, einer der Gründer des Startups hinter dem Kiezbett. Über eine Startnext-Kampagne wurden 2016 die ersten 100 Betten finanziert und in 2017 erfolgreich produziert und ausgeliefert.

Ist das Holz für die Herstellung des Betts geerntet, wird es in einem lokalen Sägewerk verarbeitet, um Transportwege so kurz wie möglich zu halten. Aus den Bäumen werden so Bretter, die in einer Förderwerkstatt in Berlin-Spandau, dem äußeren Westen Berlins, zu Betten verarbeitet werden.

Gutes Äußeres

Ist das Bett fertiggestellt, wird es verpackt in einem, nach dem Hersteller benannten, “Repack”. Diese Verpackung aus z.B. ausrangierten LKW-Planen ist wiederverwendbar. Das Unternehmen aus Finnland bietet fertige Verpackungen in Standardgrößen für den Online-Versand an, entwirft aber auch, wie im Fall von Kiezbett, maßgeschneiderte Verpackungen für Außergewöhnliches. Die Verpackung kann wird bis zu 100 mal verwendet, bevor sie grunderneuert werden muss, wobei wir uns unweigerlich den grausam großen Berg an Verpackungsmüll vorstellen müssen, die gleiche Zahl “konventioneller” Betten mit sich gebracht hätte.

Das Bett auf Reisen: Dezentrale, nachhaltige Logistik
 

Wie wird nun aber ein Bett mit einem Gesamtgewicht von mehr als 50kg, verpackt in einer wiederverwendbaren Hülle, zum Endkunden transporiert? Natürlich nachhaltig. Kiezbett kooperiert zur nachhaltigen Auslieferung der Betten mit ImagineCargo. Das Ziel der Kooperation ist, den Transport der Betten mit möglichst geringem Einfluss auf Klima, sowohl global als auch innerstädtisch, zu organisieren.

Zum Einsatz kommen dabei Elektrotransporter, Lastenräder und Mikrohubs. Durch softwaregestütze Disposition werden Betten, die in größerer Stückzahl aus der Werkstatt in Berlin-Spandau abgeholt werden, teilweise schon während der Fahrt zu den Mikrohubs durch den Elektrotransporter ausgeliefert. So können auf kleinster Strecke möglichst viele Betten ausgeliefert werden. Angekommen in den zwei Mikrohubs im Innenstadtbereich, kommen die Betten aufs Lastenrad, auch Lastentrike gennannt.

Europalette, 250kg, 25km/h
 

Zum Einsatz kommen zur Auslieferung auf der letzten Meile sogenannte Lastentrikes. Mit der Stabilität der drei Räder können sie eine Gesamtlast von bis zu 250kg tragen, auf dem Grundmaß einer Europalette. Modelle, die 2018 den Markt erreichen, tragen 600kg auf zwei Europaletten.


Mit diesen Fahrzeugen können sich drei Kiezbetten pro Trike auf dem Weg zum Kunden machen — mit einer Geschwindigkeit von 25km/h. Diese werden durch einen Elektromotors erreicht, der den Fahrer beim Treten unterstützt.

Nach der Lieferung des Betts wird die Verpackung von Repack wieder in die Werkstätten transportiert, wo die nächsten Betten schon auf die Abholung durch den Elektrotransporter warten.

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